Am Morgen erwachen wir meist fast gleichzeit, so zwischen 7 und 8 Uhr. Dann kuscheln wir noch ein Weilchen in unserem Bett im Alkoven über der Fahrerkabine. Dann beginnt das Spiel, wer zuerst aufstehen soll und somit das Frühstück zubereiten muss. Der Andere kann sich somit noch etwas im Bett räkeln.
Zum Frühstück gibt es meistens ein, zwei Scheiben Schaumstoffbrot (das Brot hier ist meist sehr schwammig; wir finden selten knuspriges Brot) mit Konfitüre oder Honig. Jeder trinkt eine Tasse heisse Schokoladen-Milch aus Nesquick. Dania ertränkt darin meist noch ein Paar Frühstücksflocken und Alfred mixt sich noch ein Joghurt mit Rosinen und Haferflocken.
Danach wird das Womo reisefertig gemacht, das heisst Geschirr abwaschen, die aktuellen Karten und Reiseführer, sowie die Foto-Apparate ins Fahrercockpit bringen; das Womo vom Camping-Site abkuppeln (meist Frischwasser und Strom, manchmal auch Abwasser).
Das Tagesprogramm ist unterschiedlich. Manchmal haben wir einen reinen Reisetag. Dann werden Kilometer abgespult, denn Kanada ist doch etwas grösser als die Schweiz und wir möchten bis Anfangs August in Vancouver sein, damit wir die Fähre nach Alaska nicht verpassen. Oft haben wir auch Sightseeing-Tage. Dann wird unterwegs öfters gestoppt um Sehenswürdigkeiten wie Museen, Leuchttürme, Landschaften zu bewundern. Andere Tage sind mehr auf Wanderungen oder Biketouren angelegt. Dann ist der Reiseteil meist kürzer.
Unterwegs machen wir meist erst zwischen 13:30 und 14:30 eine kurze Mittagspause. Je nach Wetter essen wir im Womo oder auf den Tischen bei einem Rastplatz. Häufig suchen wir uns landschaftlich schön gelegene Fleckchen aus. Zum Lunch fixen wir uns Sandwiches mit dem oben beschriebenen Brot sowie Brotaufstrich, Schinken, Essiggurken (sauer oder süss - Dania's Favorit), Senf, getrocknete oder frische Tomaten und Zwiebeln. Zum Nachtisch gibts oft eine Grapefruit oder andere Früchte. Dazu trinken wir mit Wasser gestreckten Fruchtsaft. Dania's momentaner Favorit ist Granberries Blend, d.h. mit Zusatzaromen wie z.B. Erdbeeren.
Meistens müssen wir jeden dritten, vierten Tag unsere Nahrungsmittelvorräte ergänzen. Dazu suchen wir in der nächsten grösseren Stadt auf unserem Weg ein Einkaufscenter. Am Anfang verloren wir uns meist in den vielen Regalen und konnten uns vor lauter Auswahl derselben Produktklasse kaum entscheiden. Mittlerweile sind wir etwas routinierter, aber meistens geht damit eine Stunde verloren, vor allem wenn Alfred auch noch die Computergeschäfte durchstreifen möchte.
Nachdem wir am Abend (meist zwischen 17 und 19 Uhr) unseren Campingplatz erreicht haben, wird das Womo wieder angedockt und dann testen wir meist die Duschen des Campingplatzes. Deren Komfort ist sehr unterschiedlich. Meist braucht man zum Duschen einen Quarter (25 Cents). Bisher haben wir die Dusche des Womo noch nicht benutzt. Einerseits weil sie recht eng ist und wir nicht so häufig das Frisch- und Abwasser wechseln möchten (das sogenannte Dumping) und andererseits weil wir sie als Lagerraum für unseren Gasgrill benutzen.
Danach kochen oder grillieren wir das Abendessen. Wir gehen selten auswärts essen, auch weil die Campingplätze oft etwas abseits liegen und wir uns nicht mehr gross umplatzieren wollen. Leider konnten wir bisher noch kaum auf den meist vorhanden Tischen bei den Standplätzen essen, weil es entweder zu frisch war oder uns die Moskitos das Essen nicht gönnen wollten. Gedämpfte Zwiebeln und Tomaten sind unsere liebsten Fleischbeilagen. Manchmal gibts auch Kartoffeln und Süssmais.
Nach dem Dinner beginnt die Büroarbeit, d.h. Dania schreibt das Tagebuch und bereitet den Ablauf des nächsten Tages vor. Alfred kopiert alle Fotos auf den Computer und beginnt mit deren Beschriftung und Klassifizierung. Danach erweitert er die Homepage mit der Reiseroute des Tages und den neuen Bildern. Dania trägt dann meist den Text für das Reisetagebuch bei. Zudem führen wir eine kleine Excel-Datei mit den Reisekosten, Benzinverbrauch und Tagesstrecken.
Wenn wir mal früher beim Campingplatz eintrafen haben wir noch Zeit zum Lesen, entspannen oder für ein Spielchen. Momentaner Favorit ist Canasta, ein Kartenspiel mit den Jokerkarten (2x52 + 6 Joker). Ab und zu wird auch gewürfelt, d.h. Yatzie gespielt.
Oft gibts im Verlaufe des Abends noch einen Nescafé mit etwas Süssem, wobei die Two-Bite Brownies unsere Lieblinge sind. A propos Kaffee. Einmal speite ihn Dania fast wieder aus. Was war geschehen? Nun, erstmals war das Wasser am Campingplatz stark gechlort. Seither gibt es zuerst einen Geschmackstest des Leitungswassers. Sonst wird Quellwasser aus dem Kanister fürs Kaffeekochen eingesetzt.
Vor dem Zubettgehen wird wie zuhause noch Zähne geputzt. Danach schlafen wir meist schnell und zufrieden ein.